Eine eiskalte Ausstellung erweckt Wintererinnerungen
Redakteur: Sophia | Von: Amazing Shenzhen | Aktualisiert: 2026-03-23
Nach der Tagundnachtgleiche des Frühlings am 20. März erwartet die Einwohner Shenzhens ein eisiger „Winter“: Echter Schnee und Eis wecken Erinnerungen an die kalte Jahreszeit. Diesen einzigartigen Raum hat der zeitgenössische Künstler, Dokumentarfilmer und Dichter Shen Shaomin geschaffen – als Teil seiner Ausstellung „Minus 20 Grad“ im Shenzhen Museum of Contemporary Art and Urban Planning.

Besucher schreiten an einer riesigen Eisinstallation vorbei. Foto: Cao Zhen
In wadenlangen Wintermänteln gehüllt und vorsichtig über den schneebedeckten Boden tastend, begegnen die Besucher bei minus 20 Grad Celsius nicht bloß einer abstrakten Erinnerung, sondern einem handfesten Sinneserlebnis.
Während Schnee fällt und sich bis zu 30 Zentimeter hoch aufschichtet, spürt man den beißenden Frost am eigenen Leib – die Hände werden rot vor Kälte, die Schuhe nach und nach nass.

Ein Eissessel als Ausstellungsobjekt. Foto: Cao Zhen
Shen stammt ursprünglich aus Nordostchina und schöpfte aus seinen persönlichen Erinnerungen an den Norden, um diese eindringliche Winterlandschaft in zwei riesigen aufblasbaren Membrankonstruktionen zu erschaffen. Im Mittelpunkt stehen Schnee, Eis und Wasser – die Ausstellung fängt den Rhythmus und die Ausdehnung des Winters ein. Sie verwischt die Grenze zwischen Natur und Künstlichkeit, zwischen Realität und Erinnerung, und lädt die Besucher ein, den Winter nicht bloß als Jahreszeit zu erleben, sondern als etwas, das man körperlich spürt und in sich trägt.
Shen erklärte, die Ausstellung stehe für jede persönliche Deutung offen – er habe lediglich den „Winter“ nach Shenzhen gebracht, eine Stadt, in der er so gut wie nie vorkommt.
Kurator Li Zhenhua schloss sich diesem Gedanken an: Die Ausstellung sei bewusst auf unmittelbares Erleben ausgelegt.
„Wenn Sie sich durch den tiefen Schnee kämpfen, sehen Sie genau das, was Sie bekommen“, sagte er. In seiner kuratorischen Stellungnahme schrieb er: „Kunst vermittelt menschliche Erfahrung – unaussprechlich und doch greifbar – im gemeinsam bewohnten Raum.“
Neben dem Schneefeld zeigt die Ausstellung auch Zeichnungen und weitere Werke Shens. Eine 20-Meter-lange Videoinstallation zeigt einen Mann, der sich einen Weg durch hüfttiefen Schnee bahnt. Die anhaltende, konzentrierte körperliche Anstrengung wird zur Metapher für das Vorwärtskommen unter widrigen Bedingungen. Das Werk legt nahe: Der Frühling wartet nicht am Ende des Winters – er steckt in jedem einzelnen Schritt des Durchhaltens.

Ein schneebedeckter Pfad durch einen Eistunnel. Foto: Cao Zhen
Dauer: Bis zum 10. Mai
Öffnungszeiten: 10:00–18:00 Uhr, montags geschlossen
Eintrittskarte: 68–88 Yuan
Veranstaltungsort: Shenzhen Museum of Contemporary Art and Urban Planning, Bezirk Futian (深圳市当代艺术与城市规划馆)
U-Bahn: Linie 3 oder 4, Haltestelle Children's Palace (少年宫站), Ausgang A2
Hinweis: Das Museum stellt wadenlange Mäntel und Ohrenschützer für den Besuch des Kältebereichs zur Verfügung. Lange Hosen und wasserdichtes, warmes Schuhwerk werden empfohlen.